Liebe Gemeinde,

wie wunderbar ist das, was Gott gemacht hat. Ich selbst komme immer wieder ins Staunen über Gott, wenn ich in diesen Tagen draußen in der Natur unterwegs bin. Auch der bekannte Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhard weiß uns davon ein Lied zu singen. In einem seiner bekanntesten Lieder heißt es: "Geh aus, mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerszeit an deines Gottes Gaben." Und dann zählt er Strophe für Strophe die wunderbaren Gaben Gottes auf, die in ihm das Lob Gottes bewirken.

Im Verlauf des Liedes vergleicht er sich selbst mit einer Pflanze, die durch Gottes Gnade viele Früchte hervorbringen möge. So singt er: "Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe."

Gott gibt uns so viele Gaben - Dinge und Menschen, die uns umgeben, aber auch die Kräfte und Begabungen, die wir in uns finden. Auch wir selbst sind Gaben - für andere Menschen und zur Ehre Gottes. Schließlich leben wir nicht nur für uns selbst. Gott selbst will in uns Früchte reifen lassen, die für die Menschen um uns herum ein Wohlgeschmack sind.

Der Sommer ist zu Ende. Der Herbst hat begonnen. Herbst ist Erntezeit und zugleich Zeit, um Gott für all das Gute, das wir von ihm bekommen haben, zu danken. In unseren Kirchen feiern wir deshalb in dieser Zeit das Erntedankfest.

Nur kurze Zeit später feiern wir erneut ein großes Fest - das Reformationsfest, das in diesem Jahr sogar mit dem 500. Jubiläum aufwartet. Neben den Gottesdiensten in unserer Gemeinde wird es an diesem Tag einen großen Festakt in der Johanniskirche in Plauen geben, zu dem auch wir als Gemeinde eingeladen sind.

Ich bin sehr gespannt inwiefern "Reformation" auch heute noch ein Thema für uns ist. Martin Luther hat mit seinem Thesenanschlag am 31. Oktober 1517 die Welt verändert. Damals ging es um den Ablasshandel. Heute geht es um ganz andere Themen. Dennoch bin ich überzeugt, dass Luthers Gedanken auch heute noch sehr aktuell sind. Ganz besonders auch die erste seiner 95 Thesen:

"Wenn unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: 'Tut Buße…' (Matthäus 4,17), hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll." Buße ist die Abkehr vom Bösen und die Hinwendung zu Gott. Dadurch leben wir. Ohne Gott verderben wir.

Gottes Segen wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Jan Dechert