Liebe Gemeinde,

Advent ist die Zeit der vielen Wege: Unzählige Handgriffe sind zu erledigen, viele Schritte zu gehen. Sie führen uns an die vertrauten Orte des Advents: Auf die Märkte, zu den Weihnachtsmusiken, zu anderen Menschen.

Die Hirten führt der Weg zur Krippe. Einer Ankündigung sind sie gefolgt: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“ „Fürchtet euch nicht!“- diese Worte erinnern an die Begegnung Marias mit dem Engel: Hab keine Angst. Gott ist dir freundlich gesonnen, er möchte in dein Leben kommen.

Maria und die Hirten nahmen die Botschaft der Engel an und wurden wunderbar beschenkt: Sie durften Gott begegnen. Und sie fanden ihn so, wie sie es vorher nicht für möglich gehalten hätten: Gott trat in ihr Leben, nicht furchteinflößend, übermächtig, unberührbar. Nein, sie begegneten ihm als Mensch, als kleines Kind, auf Augenhöhe. Dieses Wunder hat Eingang in viele Krippenspiele gefunden, so auch in das von Rudolf Mauersberger. Dort wird den Hirten gesagt. „Ihr seht nur ein Kind, doch Gott sieht euch an.“

Lassen wir ihn uns anschauen, lassen wir ihn in unser Leben schauen. Das meint auch, dass wir uns wie die Hirten und die Könige auf den Weg machen sollen, um dem Licht zu folgen, das den Menschen damals wie heute den Weg weist.

Otto Wiemer beschreibt es in seinem Gedicht:

Haltet in den dunkeln Tagen euer Herz bereit!
Tannen werden Lichter tragen, und die leuchten weit.

Leuchten in der Nächte Schweigen und im kalten Wind.
Sterne werden sich bezeigen, die noch ferne sind.

Schon erglüht ein heimlich Gleißen in der Mitternacht.
Denn ein Kind ist uns verheißen, das uns fröhlich macht.

Und die Himmel werden ragen über alle Zeit.
Haltet in den dunkeln Tagen euer Herz bereit!

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen

Ihre Superintendentin Ulrike Weyer