Und als er hörte, dass es Jesus von Nazareth war, fing er an zu schreien und zu sagen: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und viele fuhren ihn an, er sollte schweigen. Er aber schrie noch viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Markus 10,47/48

 

Ich vermute, dass die Geschichte von der Heilung des Bartimäus wegen dieses Details so bekannt geworden ist: Jemandem, der Jesus um Hilfe anfleht, wird (wahrscheinlich von Jesu Jüngern) der Mund verboten. Mehrfach wird im Neuen Testament von Versuchen der Jünger berichtet, Bittsteller abzuweisen. Es war offensichtlich nicht immer einfach, an Jesus heranzukommen.

 

Wir können viel von Bartimäus lernen:

 

  1. Er lässt sich nicht entmutigen, er liegt Jesus in den Ohren. Das erinnert mich an das Beispiel eines Mannes, der 60 Jahre lang dafür gebetet hat, dass sein bester Freund Christ wird. Kurze Zeit nach der Beerdigung dieses Mannes wurde sein Gebet erhört. (Verzeihung, dass ich mich an Details wie Namen etc. nicht mehr erinnern kann. Ich habe bei einem Themenabend aus vertrauenswürdiger Quelle davon gehört.)

 

  1. Bartimäus drückt Jesus gegenüber aus, was dieser ihm bedeutet: „Sohn Davids“ ist eine Bezeichnung, die Jesus als den Messias, den versprochenen Retter, kennzeichnet. Soll heißen: Jesus, ich habe keine Vorbehalte. Ich will nicht erst einmal abwarten, was du so drauf hast. Ich vertraue dir jetzt schon! Egal, was du jetzt tun wirst: Du bist und bleibst der „Sohn Davids“!

 

  1. Er lässt sich nicht durch Menschen davon abhalten, mit Jesus in Kontakt zu treten. Vielleicht haben Sie mit „der Kirche“, oder mit Christen schlechte Erfahrungen gemacht. Vielleicht haben Sie deswegen ein distanziertes Verhältnis zur Gemeinde. Das ist möglich, wir Christen sind Menschen. Und Sünder. Wir müssen uns (als einzelne Menschen wie als Gemeinde) immer wieder fragen, ob wir in Gottes Augen anderen Menschen gerecht werden. Das misslingt viel zu oft. Ich bitte Sie: Lassen Sie sich trotzdem von Jesus einladen!

 

  1. Er schließt sich Jesus und seinen Jüngern an. Gehen wir mal davon aus, dass es die Jünger waren, die Bartimäus zum Schweigen bringen wollten: Er könnte nach seiner Heilung sagen: „Die wollten mich nicht, die können mich mal! Ich bin geheilt, das ist das Wichtigste!“ Am Ende der Geschichte passiert genau das Gegenteil: Bartimäus geht mit Jesus mit. Er wird Teil der Gemeinschaft von Jesusnachfolgern. Er will mehr als nur seine Probleme gelöst bekommen. Er will diesem Jesus ganz gehören.

Dazu gehört die Gemeinschaft mit den anderen, die auch mit Jesus unterwegs sind. Auch wenn diese Jüngerschaft nicht immer harmonisch zusammengepasst hat.

 

Daniel Wohlgemuth