Jahreslosung 2019: „Suche Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34, 15)

Liebe Gemeinde,

ein starkes Wort in unserer vom Krieg erschütterten Welt.

Mit Angst und Sorge geht der Blick auf die sog. Krisenregionen unserer Welt: Syrien, Jemen, Sudan, Afghanistan. Länder, die zugleich alte Kulturen beherbergen. Vor nicht allzu langer Zeit zählte Europa noch zu den Krisenregionen der Welt. Die älteren Generationen unter uns haben den Frieden schätzen gelernt. Wir sollten das nicht vergessen!

Frieden bedeutet jedoch mehr als die Abwesenheit von Krieg: Es bedeutet Abwesenheit von Leid, Krankheit und jeglicher Form von Gewalt. Frieden bedeutet positiv ausgedrückt: Beendigung von Krieg, Schutz des Eigentums, Gewährung von Gastfreundschaft, gewaltfreie Konfliktlösung.

In Jesus Christus haben wir den Friedefürsten – er bringt uns den Frieden mit Gott. Unsere Sorge muss nicht mehr der Frage gelten: Sind wir bedeutsam? Werden wir geliebt? Werden wir angenommen wie wir sind mit den Bruchstücken unseres Lebens? Der Frieden mit Gott, den wir im Abendmahl erneuern und wieder hinaustragen in die Welt, ist höher als wir begreifen können, aber wir können uns auf ihn verlassen. Geliebt werden, anerkannt sein, wertgeschätzt sein – all das können wir uns nicht mit Gewalt erkämpfen ebenso wenig erkaufen. Es wird uns geschenkt.

Ein Grund mehr, den Frieden zu suchen, wie die Frau im Gleichnis den verlorenen Groschen sucht und das ganze Haus auf den Kopf stellt. Ein Grund mehr, dem Frieden nachzujagen, alle Sinne auf ihn auszurichten, ihn allein als Ziel unseres Strebens anzusehen. Wie müsste unsere Begegnung mit uns selbst und mit anderen, wie müsste unser Reden und unser Tun aussehen, wenn darin Frieden spürbar ist? Ich wünsche Ihnen und uns allen ein friedvolles Jahr 2019 und viele gelingende Versuche, den Frieden bedeutsam werden zu lassen!

Ihre Superintendentin Ulrike Weyer