Liebe Gemeindemitglieder der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Jakobus im Vogtland, liebe Leserinnen und Leser,titelbild 2020 02

von meinem großen Wohnzimmerfenster direkt unter dem Alten Söll in Schöneck habe ich eine herrliche Aussicht auf das Vogtland. Seit dem 1. Januar kneife ich manchmal die Augen zusammen, um auch in der Ferne noch deutlich sehen zu können, denn unser Gemeindehorizont ist so viel größer geworden.
Sie können ja mal versuchen, auf dem Titelbild Kürbitz von Schöneck aus zu erkennen… Können Sie unsere neue Gemeinde überblicken? Ich bisher noch nicht! Ja, ich kenne meine Kollegen und in meinen ersten Dienstmonaten habe ich schon einige Kirchvorsteher und Kirchen jenseits meiner bisherigen Gemeindegrenzen entdeckt. Zum ersten Kirchenvorstandstreffen von St. Jakobus auch die Haushaltszahlen gesehen. Aber dass ich unsere Gemeinde überblicke – wie viele von Ihnen, die die bisherigen Ortsgemeinden kennen – das kann ich bei weitem nicht von mir sagen.
Aber es gibt einen, der den Überblick hat, weil ER alles überblickt: unser gemeinsamer Herr Jesus Christus. ER ist der Herr seiner Kirche und hält auch unsere neue Gemeinde in seiner Hand. Deshalb gilt: Wichtiger ist, WAS wir sehen können, als dass wir ALLES überblicken! Ich kann z.B. von einer Kanzel die Gottesdienstbesucher überblicken. Aber was für einzigartige Menschen da vor mir sitzen und welchen Weg Jesus mit jedem einzelnen schon gegangen ist, das sehe ich von da oben nicht.
Da frage ich mich, was Jesus wohl sieht, wenn ER auf unsere Kirchgemeinde St. Jakobus schaut? Was denken Sie? Eines verrät uns der Monatsspruch für Februar aus dem 1. Kor 7, 23: Liebe Christen von St. Jakobus, Ihr seid teuer erkauft!
Nicht mit ein paar Kirchensteuergeldern, nicht mit großzügigen Spenden und nicht einmal mit allem Gold und Silber dieser Welt, sondern Jesus Christus hat sein eigenes Leben für unseres gegeben. Indem ER alle Gottesferne, alle Sünde und Schuld, alle Krankheit und sogar den Tod am Kreuz an unserer Stelle getragen hat, kaufte ER uns von ihrer Macht frei. So wurden wir zu Gottes Kindern. Wie wertvoll wir Gott sein müssen, dass ER sein Leben für uns gab!
Können wir so ein wertvolles Gotteskind erkennen, wenn wir morgens in den Spiegel schauen? Können wir solche unbezahlbaren Söhne und Töchter Gottes sehen, wenn wir uns begegnen: in Gottesdiensten, im Alltag, bei Sitzungen…? Wer um diesen Wert von Gott weiß, der kann strahlen und wird Ausstrahlung haben.
Wichtiger, als dass jeder die ganze große neue Gemeinde in Zukunft überblickt, ist, dass wir Jesu Blick füreinander und für unseren gemeinsamen Weg entdecken. Dann werden manche mit Jesu Hilfe sehr viel überblicken, z.B. die Kirchvorsteher von St. Jakobus. Und andere möchte Jesus dafür gebrauchen, dass sie das Gemeindeleben vor Ort, eine Gruppe oder ein Projekt überblicken. Wieder andere braucht Jesus, damit einzelne nicht übersehen werden. Jeder an seinem Platz! Wo hat ER Sie hingestellt? Jesus möchte, dass durch unser Gemeindeleben erkennbar wird, wie unglaublich wertvoll jeder einzelne für Gott ist. Das können nicht Hauptamtliche schaffen und auch nicht Ehrenamtliche. Das kann alleine Jesus Christus und ER tut es mit seiner ganzen Gemeinde. ER will in unseren Familien, in unseren Orten und in unserer ganzen Region für uns Christen und noch viele, viel mehr deutlich machen: Ihr seid teuer erkauft!

Ihr Pfarrer Philipp-Immanuel Albert
(Seelsorgebezirk Schöneck)